Eine Niederlage die Mut macht

ZbNu1U6tUgCMGkb-eQfmzwosnFXRTdY96BHLOwQR7Ig,TX0kmbE7SVZTb2RbU-hSB-qNKDoZJPQdzD3OsOOYSW0
Foto: Andre­as Wei­se – www.andreasweise-photographie.com

Eine „böse Lek­ti­on“ – so bezeich­ne­te das Floor­ball­ma­ga­zin die Nie­der­la­ge der USV Hal­le Saale­bi­ber am gest­ri­gen Sonn­tag beim Rekord­meis­ter UHC Spar­kas­se Wei­ßen­fels.
Ohne Zwei­fel, das End­ergeb­nis von 17:4 ist mehr als deut­lich und zeigt den Klas­sen­un­ter­schied zwi­schen den Saale­bi­bern und Wei­ßen­fels auf. Doch die­se Tat­sa­che ist nicht son­der­lich über­ra­schend und war so vor­her zu erwar­ten.

Die Saale­bi­ber muss­ten gleich auf meh­re­re Spie­ler ver­zich­ten. Kapi­tän Ste­fan Raab und Alpha­bi­ber Tho­mas Oster­land waren genau so nicht mit von der Par­tie wie Rou­ti­nier Arwed Vogel und Neu­zu­gang André Hin­ni­ger.
Dies bedeu­te­te zum einen, dass die Biber­le­gen­de Ste­ve Seid­litz sei­ne Mann­schaft noch ein­mal als Kapi­tän in der 1. Bun­des­li­ga auf das Feld füh­ren durf­te und zum ande­ren das erst­mals in die­ser Sai­son nur mit zwei Rei­hen agiert wur­de.

Die Biber fan­den sich im Spiel selbst­ver­ständ­lich sofort in der Defen­siv­rol­le wie­der. Wei­ßen­fels bestimm­te mit viel Ball­be­sitz das Spiel und lau­er­te auf sich bie­ten­de Lücken. Die Saale­bi­ber zeig­ten sich aller­dings von Beginn an sehr kon­zen­triert und ver­such­ten das eige­ne Tor so gut wie mög­lich zu ver­rie­geln.
Dies gelang bis zur vier­ten Spiel­mi­nu­te und von da an soll­te der Tor­rei­gen begin­nen. Doch das 1:0 der Wei­ßen­fel­ser konn­te Roc­cy Becker zunächst noch ein­mal kon­tern. Zwei Minu­ten nach der Füh­rung erober­te Becker den Ball früh und konn­te sich im Allein­gang gegen den Tor­hü­ter durch­set­zen.
Der UHC ließ sich davon kaum beein­dru­cken, brauch­te aber wei­te­re vier Minu­ten, um die Tor­ma­schi­ne wie­der anzu­schmei­ßen. Ab der zehn­ten Spiel­mi­nu­te war der Bann dann aber end­gül­tig gebro­chen und die Haus­her­ren nutz­ten Stel­lungs­feh­ler der Saale­bi­ber eis­kalt aus und konn­ten bis zur Pau­se auf 6:1 davon zie­hen.

Die­ses Zwi­schen­er­geb­nis ent­mu­tig­te die Spie­ler der Biber kei­nes­wegs und man woll­te sich fort­an bes­ser auf das Spiel der Gast­ge­ber ein­stel­len.
In bestimm­ten Berei­chen wur­de die­ses Vor­ha­ben dann auch ab dem zwei­ten Drit­tel erfolg­reich umge­setzt, sodass im Spiel der Saale­bi­ber eine kon­ti­nu­ier­li­che Ver­bes­se­rung erkenn­bar war.
Aller­dings ließ man sich aber auch immer wie­der von dem guten Kom­bi­na­ti­ons­spiel der Haus­her­ren über­rum­peln. Gera­de zum Anfang des zwei­ten Drit­tels muss­te man drei schnel­le Gegen­to­re hin­neh­men.
In der 25. Spiel­mi­nu­te wur­de es dann aber wie­der ein­mal lau­ter in der Stadt­bi­blio­thek Wei­ßen­fels. Ledig­lich 160 Zuschau­er fan­den den Weg in die Hal­le und 130 davon woll­ten schein­bar nur einen wei­te­ren Sieg ihrer Wei­ßen­fel­ser beob­ach­ten. Die rest­li­chen 30 kamen aus Hal­le und beju­bel­ten jede gelun­ge­ne Akti­on ihrer Saale­bi­ber. In eben jener 25. Minu­te gab es dann auch end­lich wie­der einen Tref­fer für die Guten zu fei­ern, denn Eric Kind­ler konn­te nicht nur den Ball behaup­ten, son­dern umkurv­te auch noch läs­sig den Tor­hü­ter und netz­te per Rück­hand zum 9:2 ein.
Wei­ßen­fels dach­te aber über­haupt nicht dar­an noch mehr Stim­mung auf­kom­men zu las­sen und erhöh­te in den fol­gen­den Minu­ten auf 13:2.
Der krö­nen­de Abschluss im zwei­ten Durch­gang gehör­te aber wie­der­um den Saale­bi­bern, denn Dani­el Baum­gärt­ner konn­te eine klas­se Vor­be­rei­tung durch Tomáš Rauch zum 13:3 ver­wer­ten.

Mit die­sem Spiel­stand ging es in das Abschluss­drit­tel und die­ses soll­te sich ein wenig offe­ner gestal­ten. Wei­ßen­fels inves­tier­te nicht immer mehr 100% in ihr Spiel und die Saale­bi­ber agier­ten auch selbst pha­sen­wei­se etwas offen­si­ver.
Dies führ­te ver­mehrt zu Chan­cen auf bei­den Sei­ten. Wäh­rend den Saale­bi­bern oft­mals die letz­te Prä­zi­si­on fehl­te, schei­ter­ten die UHC‐Spieler immer wie­der an Gun­nar Sau­er, der im letz­ten Drit­tel anstel­le von Roland Moll, der ange­schla­gen raus muss­te, das Tor hüte­te.
Alles ließ sich aber natür­lich nach wie vor nicht abweh­ren und daher fand der Ball doch noch vier Mal den Weg ins Tor der Saale­bi­ber.
Für das vier­te Tor des USV zeich­ne­te sich erneut Dani­el Baum­gärt­ner ver­ant­wort­lich, der nach einem Dop­pel­pass mit Nach­wuchs­spie­ler Linus Böckel zum zwi­schen­zeit­li­chen 16:4 ein­schie­ßen konn­te.

Trotz der deut­li­chen Nie­der­la­ge konn­te man in vie­le zufrie­de­ne Gesich­ter bei den Saale­bi­bern bli­cken. Ein Grund dafür dürf­te sein, dass man im Vor­feld viel­leicht schon mit Schlim­me­ren gerech­net hat­te. Aber Haupt­grund dürf­te tat­säch­lich die anspre­chen­de Mann­schafts­leis­tung sein.
Jeder Spie­ler zeig­te sich von der ers­ten Minu­te an hoch enga­giert und konn­te sich im Lau­fe des Spiels immer mehr stei­gern. Zudem wur­de das tak­ti­sche Kon­zept über wei­te Tei­le des Spiels kon­se­quent durch­ge­zo­gen und dies soll­te als Blau­pau­se für die kom­men­den Spie­le die­nen.

Wenn es gelingt die Leis­tung und den Ein­satz­wil­len auf die­sem Spiel genau so auf die kom­men­de Par­tie gegen Ham­burg zu über­tra­gen, dür­fen sich die Fans der Saale­bi­ber sicher­lich auf ein span­nen­des Heim­spiel am kom­men­den Sams­tag freu­en.